Podcast: Grenzen setzen- Deinen Raum halten
- Sandra Abbühl

- 3. März
- 14 Min. Lesezeit
Kennst du das auch? Das es gewisse Wörter gibt, die dich immer wieder getriggert haben oder die dich immer wieder in deinem Leben begleiten und du irgendwie das Gefühl hast, dass es dich herausfordert?
In dieser Podcast Folge möchte ich genau über ein solches Wort reden, welches mich immer wieder herausgefordert hat und manchmal immer noch herausfordert.
Es geht um das Wort „Grenzen“.
„"Grenzen setzen“"
So oft habe ich von anderen Menschen gehört, dass ich meine Grenzen setzten muss. Und so lang konnte ich mich gar nicht anfreunden mit dem Wort, da es für mich gleichzeitig Trennung bedeutete.
Grenzen sind scheinbar wichtig. Ich habe mich gefragt:
Wie setze ich die Grenzen?
Wie kann ich Grenzen setzen ohne in die Trennung zu gehen?
Ist Grenzen setzten der „richtige“ Begriff für mich?
Was haben Grenzen mit Prägung und Autoimmunerkrankungen zu tun?
Und genau das möchte ich in dieser Podcast Folge genaue beleuchten.
Ich nehme dich mit auf einer ziemlichen persönlichen Reise, auf meiner Reise zu meiner Wahrheit zu dem Thema Grenzen, Grenzen setzen, Grenzen bewahren. Eine Reise zurück zu mir. Und vielleicht findest du auch für dich heraus, was es für dich bedeutet, Grenzen zu setzen oder deine Verbindung zu dir selbst zu halten.
Vielleicht muss ich zu Beginn erwähnen, dass ich 1981 in der DDR geboren wurde. Dazumal war Deutschland durch Grenzen getrennt. Vielleicht kennst du die Geschichte ein wenig und weißt was das für Konsequenzen, Einschränkungen und Prägungen hatte. Meine Mutter durfte zum Beispiel auf Grund ihrer Herkunft und aus politischen Gründen nicht Ärztin studieren, obwohl sie eine der besten Schülerin war. Meine Eltern mussten beide 100% arbeiten nach meiner Geburt, da sie nur ein Kind hatten und so mussten sie mich schon mit 10 Wochen für 100% in die Krippe geben.
Du fragst dich jetzt vielleicht, was das mit dem Thema Grenzen setzen zu tun hat?
Für mich waren es genau diese Prägungen, die mich in Bezug auf das Wort „Grenzen“ beeinflusst haben. Und so hatte das Wort „Grenze“ für mich immer eine Verbindung zu dieser Zeit, natürlich oft unbewusst.
Grenze war für mich immer automatisch eine Trennung und auch die Einschränkung der eigenen Freiheit.
Und dann kam dieser Moment, als ich das erste Mal hörte: „Du musst lernen deine Grenzen zu setzten“.
Für mich war dieses Wort absolut nicht stimmig, weil ich einfach wirklich das Gefühl hatte, Grenzen zu setzen ist bedeutet Trennung.
Ich konnte nicht so viel damit anfangen. Schon als Kind konnte ich vieles was auf der Welt passierte, nicht verstehen. Ich konnte nicht verstehen, warum wir Menschen so miteinander umgehen.
Und nun sollte ich mich abgrenzen, trennen, trennen von meinen Liebsten.
Dabei ist doch Trennung eine Illusion…
Ich habe schon sehr früh gespürt, dass ich im Leben an etwas glaube, was mich daran erinnert, dass wir aus einer Einheit kommen und hier auf der Erde es darum geht, wieder ganz zu werden, in Heilung zu gehen und sich auch daran zu erinnern, dass wir heil sind.
So war es für mich sehr schwierig, das Wort Grenzen anzunehmen, ohne Angst zu haben, dass ich mich dann trenne vom Außen, von den Menschen, vielleicht auch die Menschen, die ich liebe.
Und nun sollte diese Abgrenzung mich scheinbar „Heilen“.
Hierzu muss ich kurz dazu fügen, dass ich mit 18 Jahren bekam die Diagnose Hashimoto Thyreoditis, eine typische Autoimmunerkrankung bekam.
Vielleicht nur kurz zur Erklärung was Hashimoto- Thyreoditis ist. Es ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift, indem es Antikörper produziert, die die Schilddrüsenzellen zerstören.
Dies führt dann meist zu einer Unterfunktion (Hypothyreose).
Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteintoleranz und eine vergrößerte Schilddrüse (Struma).
Laut Schulmedizin ist Sie nicht heilbar und scheinbar nur durch die lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen gut behandelbar.
Ich fühle mich heut mit 44 Jahren geheilt. Ich nehme seit 10 Jahren keine Medikamente mehr. Für mich war es der Weg „Zurück zu mir“, der mich heilen ließ.
Eine Autoimmunerkrankung ist eine Störung des Immunsystems, bei der sich die Abwehrkräfte fälschlicherweise gegen den eigenen Körper richten.
Normalerweise schützt das Immunsystem uns vor Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren. Bei einer Autoimmunerkrankung erkennt es jedoch körpereigene Zellen oder Gewebe als „fremd“ und greift sie an. Dadurch entstehen chronische Entzündungen und Funktionsstörungen in den betroffenen Organen.
Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind:
Hashimoto-Thyreoiditis: das Immunsystem greift die Schilddrüse an
Typ-1-Diabetes: Angriff auf die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse
Rheumatoide Arthritis: Entzündung der Gelenke
Zöliakie: Reaktion auf Gluten im Dünndarm
Es gibt so viele Autoimmunerkranken und im Endeffekt geht es immer darum, dass das eigene System sich gegen sich selber richtet.
Wenn man genauer hinschaut erkennt man, dass Autoimmunkrankheiten oft eine Selbstzerstörung ist.
Und wir dürfen uns fragen, wo wir uns selbst gegen uns selbst richten, wo wir uns auf unsrem Weg verloren haben.
Wie kann es passieren, dass unsere eigenen Antikörper sich gegen uns selbst richten?
Nachdem ich mich einige Zeit damit beschäftigt hatte, wurde mir sehr schnell klar, dass es auch hier um das Thema Abgrenzung und Ausdruck geht.
Es geht um die Verbindung zu sich selbst, einen Raum, der bewahrt und gehalten werden möchte. Einen Raum, den wir pflegen müssen.
Es geht darum sich auszudrücken, seine Einzigartigkeit zu leben.
Denn alles andere richtet sich gehen das Naturell, so wie die Antikörper sich gegen mich richteten, weil ich ganz klar von meinem Weg abgekommen bin.
So spiegelte mir also mein Körper, dass ich mich gegen mich selber wendete und kämpfte, mit meinem Denken mit meinem Handeln und mit meinem Sein. Ich lebte nicht mein Naturell.
Hashimoto wir auch als autoimmuner Konflikt interpretiert, bei dem sich der Körper (die Abwehr) gegen die eigene Wachstumsdrüse richtet – ein Ausdruck von Selbstsabotage oder tiefem Unbehagen in der eigenen Entwicklung.
Mit 18 Jahren war mir noch nicht klar, dass hinter dieser Diagnose eine Bedeutung, ein Thema steckt. Mir war nicht klar, dass mein Körper schon seit längerer Zeit mit mir versuchte in Verbindung zu gehen, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass ich nicht bei mir war, dass ich immer im Aussen war und mich eben nicht abgrenzen konnte.
Heut weiss ich, es war ein Aufruf oder sogar „Hilferuf“ meines Körpers, der mit sagen wollte, dass ich mich auf meinem Weg verirrt hatte.
Eigentlich hatte er versucht mich schon als Kind darauf aufmerksam zu machen, denn schon als Kind hatte ich Probleme mit meinem Darm und extrem viele Halsentzündungen. Auf Grund der Fehlbesiedlung in meinem Darm musste ich als Kind gewisse Diäten machen. Mit 6 Jahren wurde mir der Blinddarm entfernt, es folgte eine Essstörung, mit 18 Jahren die Mandeln entfernt und dann meldete sich eben die Schilddrüse.
Eigentlich zeigte der Darm schon auf, dass etwas nicht stimmt, dass ich mich gegen mich selber richtete, gegen mein Naturell. Ich definierte mich in der Schule und auch zu Haus über Leistung und Erfolg. Ich fühlte mich oft nicht genug, ich spürte nicht was mir gut tat. Daher definierte ich mit meinem Kopf was mir gut zu tun hat. Ich fing an gegen mich selbst zu kämpfen, mich selbst zu zerstören, ein Kampf, der sich in meinem Körper spiegelte. Antikörper, die sich gegen mich selber richteten, anstatt mich zu schützen.
Ich überschritt ständig meine Grenzen und ließ es auch zu, dass meine Grenzen überschritten werden konnten. Das war ja möglich, weil ich selber nicht bei mir zu Haus war. Ich und mein Spiegel (meine Körper) ignorierten die natürliche Barriere, meine Eigenkraft, meine Lebenskraft. Es fehlte mir Selbstliebe, die Verbindung zu mir. So war es mir nicht möglich mein natürliches Milieu zu nähren und mein Raum zu halten.
Doch wie gesagt, ich als Kind und auch meine Eltern konnten zum damaligen Zeitpunkt die Hintergründe nicht verstehen. Mit dem heutigen Bewusstsein, dem heutigen Wissen und der heutigen Erfahrung, würde wir wohl vieles anders machen.
Und gleichzeitig weiß ich auch, dass mich mein einzigartiger Weg genau hier hingebracht hat, wo ich heut bin, und dafür bin ich dankbar.
Meine Erfahrung und mein Wissen fließt heut in die Begleitung von Herz zu Herz.
Wie du hörst ging es schon sehr früh um das Thema Grenzen bei mir. Zugleich war bei diesem Thema auch an das Thema Verantwortung verknüpft.
Ich fühlte mich schon recht früh sehr verantwortlich für die Menschen in meinem Umfeld, und die Meschen, die ich liebte.
Auch heut ist es immer noch Herausfordernd in meinem Leben, dass ich bei mir bleibe und immer wieder mir bewusst machen, dass jeder für sich selber verantwortlich ist. Ich habe gelernt, dass ich ein Beispiel sein darf und gleichzeitig habe ich mich von dem Druck befreit, ein Vorbild sein zu müssen. Heute erlaube ich mir Fehler zu machen. Auch ich bin Mensch und ich habe gelernt zu mir zu stehen.
Ich darf meine Wahrheit leben und gleichzeitig auch die Wahrheit der anderen annehmen und akzeptieren, auch wenn sie für mich nicht so stimmig ist und ich den Sinn nicht erkennen kann.
Und genau das bedeutet für mich heut Grenzen zu setzten.
Ich bin in Verbundenheit mit mir und halte meinen Raum. Indem ich bei mir bleibe und nicht versuche die ganze Zeit die Welt zu retten, darf ich einfach SEIN.
Schritt für Schritt durfte ich auf meinem Weg erkennen, wer ich wirklich bin, was ich wirklich brauche und mehr und mehr zurück zu mir kommen.
Und dazu braucht es eben die so genannten Grenzen.
Im Laufe der Jahre, je mehr ich zurück zu mir kam, durfte ich meine eigene Wahrheit zum Thema Grenzen empfangen, ich durfte erkenne, was es für mich heißt „Grenzen zu setzen“.
Grenzen zu setzten bedeutet für mich meinen Raum zu halten und diesen Raum auch bewahren. Dazu gehört, dass ich meine Verbindung zu mir und in Verbindung (Ich nenne es) Gott nicht wieder verliere. Ich richte mich immer wieder neu aus, geh in die Verbindung mit meinem wahren Selbst und versuche diesen Raum zu halten und bewahren, auch über den Tag hinaus. Ich erlaube mir meine Bedürfnisse in dem Bewusstsein, dass meine Bedürfnisse für mich wichtig sind. Natürlich bedeutet das nicht, dass meine Bedürfnisse über andere Bedürfnisse stehen und umgekehrt.
Und doch es ist so, dass ich nicht länger auf alles verzichte, und meine Bedürfnisse aus Liebe aus Harmonie zurückstelle.
Nach dem ich wie gesagt mit 18 die Diagnose bekam, fing ich an mich mit mir und meinen Themen zu beschäftigen und auseinander zu setzten, um zu mir zurückzufinden.
Der Ort, an dem die Schilddrüse zu Hause ist, ist ja der Hals. Und das Halszentrum steht ganz klar für unseren Ausdruck und unsere Kommunikation. Mit Ausdruck ist nicht nur das Reden gemeint, es ist der Ausdruck unser wahres Selbst.
Die Schilddrüse zum Beispiel repräsentiert den essentiellen Aspekt des Menschen . Durch unseren Hals bringen wir unsere innerste Willensstärke zum Ausdruck, unsere Fähigkeit, unseren Visionen zu folgen und unsere tiefsten Herzenswünsche mitzuteilen.
Heute bin ich dankbar, dass meine Schildrüse mich geführt und begleitet hat mich selber zu finden, mich selber zu sein, mich auszudrücken, authentisch echt auf meinem Weg „Zurück zu mir“.
Somit kam ich dann auch wie gesagt auf das Thema Grenzen.
Denn wie kann ich mich denn ausdrücken, wenn ich nicht bei mir bin und nur im Aussen?
Ich war so oft damit beschäftigt es allen Recht machen zu wollen. Oft konnte ich nicht unterscheiden, sind das meine Gefühle oder die Gefühle des Gegenübers.
Irgendwann kam ich zu dem Punkt, an dem ich mich fragte: „Wer bin ich“, Was will ich“
Und ja ich wusste vielleicht dann irgendwann was ich brauche und was mir gut tut, doch nun musste ich auch noch lernen es zu kommunizieren, auszudrücken und zudem musste ich nun lernen Grenzen zu setzen
Ich durfte feststellen, dass durch meine Art und Weise wie ich unterwegs bin, wie ich Menschen wahrnehme, wie ich fühle, wie ich allgemein denke, Grenzen zu setzten ein wichtiges Puzzelteil auf meinem Weg ist.
Viel später lernte ich auch noch Human Design kennen. Ich weiss nicht, ob du davon schon einmal gehört hast. Im Moment gibt es sehr viele Anbieter von diesem Konzept.
Grundsätzlich versuche ich mich nicht mehr an Konzepte festzuhalten oder leiten zu lassen. Und doch finde ich es immer wieder spanenden zu forschen und auch gewisse Impulse aus Konzepten in mein Leben fliessen zu lassen
Human Design zeigt dir, wie deine Energie funktioniert und welche individuellen Stärken und Fähigkeiten du hast. Human Design ist wie ein energetischer Fingerabdruck. Es unterstützt dich, die richtigen Entscheidungen zu treffen, auf dein Gefühl zu vertrauen und mutig deinen eigenen authentischen Weg zu gehen.
In der Analyse von meinem Chart konnte ich feststellen warum ich so bin wie ich bin. Es liesst mich meine natürlichen Ressourcen, deine Konditionierungen, Verhaltensweisen und Muster erkennen. So wurde ich bestärkt so zu leben, wie ich es schon immer tief in dir gespürt hast. Wie gesagt Human Design ist für mich nicht die eine Wahrheit und gleichwohl war es wieder ein Puzzelteil für mich auf meinem Weg, der mir half, mich besser zu verstehen.
Vielleicht fragst du dich warum ich Human Design erwähne in Bezug auf Grenzen setzten.
Ich möchte dich eben auf meiner Reise zurück zu mir mitnehmen.
Laut Human Design bin ich Projektorin.
Als Projektor liegt die große Stärke darin, Energien klar zu erkennen und zu leiten und Projektoren spüren oft, dass einzigartige Potenzial in jedem Menschen und wie sie es effektiv und weiser entfalten und einsetzen können. Sie nehmen andere Menschen tief wahr und die Menschen fühlen, dass auch, indem sie sich gesehen und gehört fühlen.
Die Herausforderung von Projektoren ist es sich abzugrenzen. Sie sind ja ständig in Verbindung zu anderen Menschen, weil sie so stark wahrnehmen.
So geht darum auch bei sich bleiben zu können, so dass man die Verbindung zu seinem eigenen wahren Selbst aufbaut und auch halten kann.
Für mich ist das heut in meiner Begleitung von Herz zu Herz eine Grundvoraussetzung, damit ich andere Menschen auf ihren Weg, dass man überhaupt unterstützen kann.
Somit sind wir wieder bei dem Thema „Grenzen setzten“.
Jedoch stimmt für mich das Wort Grenzen setzten auch heut nicht 100%ig. Es ist für mich eher so, dass ich auf meinem Weg zurück zu mir gefunden habe. Ich nun immer wie mehr weiß, was ich brauche, was mir gut tut und das auch gelernt habe zu kommunizieren, ohne zu erwarten, dass es das Außen erfüllen muss.
Grenzen zu setzten bedeutet für mich auch herausfinden, was uns daran hindert, unseren Raum zu bewahren und zu halten.
Was hindert uns daran, Grenzen zu setzen, Bedürfnisse zu sagen und zu unserer Wahrheit zu stehen?
Was ist es bei dir?
Meistens sind es Urglaubenssätze, Ur- Wunden. Oft haben wir Angst, dass man uns nicht mehr liebt oder die Angst, nicht gut genug zu sein, wenn man plötzlich mehr zu sich schaut, anstatt sich ständig im Aussen zu verlieren.
Wenn wir Mühe haben Grenzen zu setzten, dass heißt bei sich zu bleiben, den eigenen Raum zu halten, dann sind wir oft als sogenannte Retter, Helfer unterwegs und vergessen somit zu uns selbst zu schauen.
Eventuell definieren wir uns über die Anerkennung und dem Erfolg, wenn wir helfen.
Doch ich frage mich:
Können wir wirklich andere Menschen unterstützen, wenn wir nicht in Verbindung mit unserem wahren Selbst bleiben und uns immer wieder im Außen verlieren?
Wie wollen wir wirklich zu anderen Menschen schauen, wenn wir es nicht schaffen, zu uns selbst zu schauen.
Oft liegt hinter dem Helfer oder Retter ein grosser Druck versteckt, eine Wunde, die Wunde der Verantwortung, der Pflicht, der Schuld oder wir verlieren uns im Perfektionismus. Manchmal ist es auch ein Mangel oder eine Suche nach Liebe und Anerkennung, die uns zum Retter werden lässt.
Im Drama Dreieck, Ofer, Täter, Retter ist der Retter, der Held oft derjenige, der Grenzen überschreitet, weil er das Gefühl hat, zu wissen, was für den anderen gut ist. Doch wenn wir genauer hinschauen findet hier auch eine Grenzüberschreitung und Überverantwortung statt. Dabei geht es doch darum, dass die Menschen in ihre Selbstverantwortung kommen, um ein selbstbestimmtes Leben zu leben.
Und natürlich, wenn wir kleine Kinder, dann brauchen sie uns und wir tragen Verantwortung für sie. Doch wenn sie grösser werden, dann dürfen wir lernen, dass auch unsere Kinder gewisse Erfahrungen sammeln und wir sie nicht vor allem beschützen können.
Daher ist es auch hier wichtig die Grenzen, jeden persönlichen Raum zu respektieren.
Meine Kinder sind nun schon 20, 18 und 15 Jahre. Ich dufte lernen und tu es immer noch, dass ich sie nicht retten kann. Ich kann für sie da sein, präsent sein und sie fragen, was sie brauchen. Und hier durfte ich auch lernen, dass meine Familie mich oft als Sandra braucht (Mama und Ehefrau, Tochter, Schwiegertochter), mein natürliches Sein und nicht unbedingt eine Therapeutin.
Wie du siehts durfte ich auch hier lernen meinen Raum zu halten, zu bewahren und die Räume anderer zu respektieren und zu akzeptieren.
Ich durfte lernen, wo und wie ich mich bewusst zurücknehmen durfte. Ich durfte lernen zu mir zu schauen in Selbstführsorge und Selbstzuneigung, anstatt mich wie früher ständig im Aussen zu verlieren.
Und ganz ehrlich es fällt mir immer mal wieder schwer nicht die ganze Zeit meine Fühler auszustrecken, um zu gucken, wie es meinen Liebsten ihm geht und was sie brauchen. Ich sage oft, dass sie mir sagen sollen, wann sie was brauchen, so dass auch meine Kinder lernen, dass sie sagen dürfen was sie brauchen im Leben.
Ich habe festgestellt, dass das Wort „Brauchen“ eine eher negativ Prägung hat. Wahrscheinlich verwechseln viele das Wort „Brauchen“ mit dem Wort "Bedürftigkeit".
Bedürftigkeit ist an unsere Vergangenheit geknüpft und somit auch oft mit Wunden des Mangels und Emotionen, die im Körper gespeichert wurden, weil sie nicht gefühlt werden konnten. Wenn wir etwas brauchen, dann ist oft an die Gegenwart gebunden. Ich habe Durst, also brauche ich etwas zu trinken. Ein Kind verletzt sich und braucht Halt und Trost.
Grenzen zu setzten, dass heisst seinen Raum zu halten und bei sich bleiben zu können, bedeutet für mich ein selbstbestimmtes Leben zu leben.
Es geht darum selbstbestimmt zu denken, zu handeln und zu entscheiden.
Es geht um ehrliche, klare Kommunikation. Es geht darum, dass du lernst dich klar auszudrücken, selbstbestimmt zu sagen was du fühlst und brauchst.
Natürlich immer im Respekt zum Gegenüber, dann auch dein Gegenüber hat ein Recht auf ein Selbstbestimmtes Leben.
Selbstbestimmt in Verbundenheit mit deinem wahren Selbst bedeutet für mich auch zu vertrauen.
Es ist für mich sehr wichtig, andere Grenzen nicht zu überschreiten und dass bedeutet auch sehr achtsam zu sein und nicht zu manipulieren.
Selbstbestimmt bedeutet für mich auch die eigene Grenze zu ziehen, wenn ich merke ich verfalle durch Emotionen in ein Drama.
Also Selbst- Bestimmt bedeutet, achtsam zu sein, mit meinen Worten mit meinen Handlungen. Dazu gehört für mich natürlich auch dazu, dass ich Grenzen setzte, bzw. ich sage lieber meinen Raum halte.
Im Alltag und auch in meiner Begleitung von Herz zu Herz erlebe ich häufig, dass Menschen Mühe haben und sich darüber äußern, dass ständig ihre Grenzen überschritten werden. Dabei merken sie oft gar nicht, dass sie oft in ihrer Held/ Retter Position auch ständig Grenzen der Anderen übertreten, indem sie unbewusst manipulieren, weil sie glauben sie wüssten was das Beste für den Gegenüber ist.
Für mich ist der freie Wille sehr wichtig
und ich habe erkannt, dass ich nicht das Recht habe wissen zu wollen, was für den anderen gut und nicht gut ist. Ich darf natürlich mein Wissen und meine Impulse weiter geben an alle die interessiert sind, doch es ist so wichtig den Respekt zu bewahren zum Gegenüber und seinem freien Willen.
Und ja ich weiß, das ist nicht immer einfach, vor allem wenn unsere Liebesten oder auch anderer Menschen hier auf der Erde einen Weg wählen, den wir nicht verstehen.
Jedes Mal, wenn ich versucht habe, andere zu retten, zu helfen, aus der Wunder der „Verantwortung“ und der „Schuld“, konnte ich meine Grenzen, meinen Raum nicht bewahren. Oft kam das Gefühl, dass ich versagt habe.
Wenn ich es zum Beispiel nicht in meiner Familie schaffe, dass alle glücklich und friedlich sind, wie soll es dann jemals im Außen geschehen.
Wie schon erwähnt bedeutet Selbstbestimmung für mich heute, auch zu erkennen, dass ich die Welt nicht retten kann. Meine Aufgabe ist es zu SEIN und durch dieses Sein besteht die Möglichkeit, dass die Menschen um mich herum oder die Menschen die mit mir in Verbindung treten sich erinnern, zurück zu sich, zurück zu Gott.
Heute rede ich nicht nur über meine Wahrheit, ich verkörpere sie von Tag zu Tag mehr und mehr.
Und ja das ist auch für das Außen nicht immer einfach.
Wenn wir unsere Wahrheit sagen und leben kann es sein, dass andere Menschen mit der Wahrheit nicht leben können, sie nicht integrieren können, weil sie anders denken, fühlen und handeln. Und genau hier geht es auch wieder um Grenzen zu respektieren.
Jeder trägt seine Wahrheit in sich.
Und manchmal fühlt es sich einsam an mit der eigenen Wahrheit zu sein, wenn das Außen nicht resoniert.
Dann geht es noch einmal mehr darum deinen Raum zu halten.
Grenzen zu setzten und seinen eigenen Raum zu halten bedeutet für mich, zu verstehen, dass jeder seine Verantwortung für sich selbst übernehmen muss und dass jeder in seiner Selbstverantwortung ein selbstbestimmtes Leben leben darf, im freien Willen.
Schenke dir den Raum und die Zeit um Selbst- Bestimmt zu fühlen, was für dich stimmig ist, was du brauchst, um deine Wünsche, Visionen, Bedürfnisse, deine Wahrheit und Grenzen wahrlich an zuerkennen.
Von Herz zu Herz
Sandra

Grenzen setzen- Deinen Raum halten






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