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Podcast: Gelebte Spiritualität

Spiritualität ist zu einem Konzept geworden. Wir haben so oft Vorstellungen, wie man sein sollte und was man tun sollte, um sich zu entwickeln und zu wachsen, um spirituell zu sein.

Oft entsteht genau durch dieses Denken ein enormer Druck. Dieser Druck zeigt sich dann in unserem Leben, eventuell auch in körperlichen Symptomen.

Ich muss das tun, ich muss jenes tun und mich weiterzuentwickeln, weiterzukommen, um gut zu sein.

 

Was wäre, wenn Spiritualität kein Konzept ist, sondern das Leben?

Was wäre, wenn ich dir sage, dass du schon gut bist, dass du nichts dafür tun musst, im Sinne aus dem Tun heraus, sondern dass es um deine Frequenz geht?

Was wäre, wenn es darum geht im Alltag mit deiner Urfrequenz in Verbindung zu bleiben, deinen Raum zu halten und voller Vertrauen zu spüren, welcher dein nächster Schritt ist?

 

In diesem Podcast möchte ich mit dir teilen, warum für mich gelebte Spiritualität mein Leben ist.


Spiritualität leitet sich vom Lateinischen „Spiritus“ – Geist ab.


Geist steht über der Materie.

 

Was bedeutet für dich eigentlich Spiritualität?


Ich denke, dass dieser Begriff sehr individuell gedeutet werden kann, denn jeder Mensch in seiner Individualität hat auch eine individuelle Bezeichnung für das Wort Spiritualität.

Und genau hier möchte ich dich einladen, bevor du dich von diesem Podcast inspirieren lässt, einfach mal hinein zu spüren und wahrzunehmen, was für dich Spiritualität ist.

Es ist so wichtig Wörter, Begriffe in uns zu klären und sie somit befreien von Dogmen, Konstrukten und Konzepten, die im Laufe der Jahre mit diesem Wort entstanden sind. Indem du dich mit deiner Wahrheit verbindest kommst du Stück für Stück mehr zu dir zurück und erlaubst dir so deine Spiritualität wahrlich zu leben, auszudrücken und Sein.

 

Zu leben bedeutet für mich, das was für mich wichtig ist, meine Werte und das woran ich glaube, umzusetzen. Es geht darum mir den Raum zu geben, meine Bedürfnisse zu erkennen und auch dafür zu sorgen, dass ich mir Zeit schenke diese Bedürfnisse mir selbst zu erfüllen und mir zu erlauben meine Bedürfnisse zu leben.

Für mich ist es ganz wichtig zu erkennen, dass wir nicht einfach nur am Morgen und Abend meditieren um uns verbinden, sondern dass das ganze Leben eine Meditation ist. Das wir es schaffen in Verbindung zu bleiben. Es ist die Achtsamkeit im Alltag, die darin unterstützt diese Verbindung zu sich selbst nicht zu verlieren und zu halten.

Es geht darum im Moment zu sein und immer wieder in Verbindung zu gehen, mit sich selbst in Beziehung zu sein, mit sich selbst oder auch den anderen Menschen sich immer wieder auszurichten, neu auszurichten, zu spüren. Wo steh ich gerade.

 

Auch für mich ist es immer wieder herausfordernd in Beziehung mit mir zu bleiben. Ich bin ein sehr offener Mensch und liebe es zu forschen und mir neues Wissen anzueignen. Doch genau hier darf ich besonders achtsam sein, dass ich mich nicht in dem verliere.

Im Mai bin ich mit meiner Freundin auf einer Leber Kur gewesen und habe die Auszeit sehr genossen. Dort habe ich auch mein Wissen über Ayurveda und über Ernährung vertieft. Gleichzeitig konnte ziemlich schnell feststellen, wie schnell ich wieder in ein spirituelles Konzept reingerutscht war, welches mich von mir wegbrachte.

Ich habe schon einmal im Podcast darüber gesprochen, dass es sehr viele Konzepte gibt. Somit gibt es wie schon erwähnt auch viele Konzepte über die Spiritualität, die uns versuchen zu erklären, wie wir das Leben „leben“ sollen.

Doch es geht drum, dass du dein Leben lebst, im Einklang mit deinem wahren Sein, im Einklang mit deiner Verbindung. Etwas was dir gut tut, tut eventuell mir nicht gut und umgekehrt.

Es geht darum, dass du es schaffst bei dir zu bleiben, es schaffst dich auszudrücken, dir Raum zu geben, Freude und Trauer gleichzeitig zu erleben und zu spüren was dir wirklich gut tut.

Das ist für mich das Leben.

Das Leben, welches nicht immer planbar und auch nicht immer gleich ist. Es braucht deine Flexibilität. Es braucht dein Vertrauen.

Dieses Vertrauen in den Fluss des Lebens.

Es braucht deinen Mut, wenn du Entscheidungen getroffen hast und man merkst es war nicht die richtige Entscheidung. Diesen Mut auch wieder zurückzugehen und zu sagen: „Okay ich entscheide mich um. Gestern war das die Entscheidung, die mir anscheinend gut tat. Heute spüre ich es anders, weil ich auf meinem Weg bin und vertraue.“

Auf unserem Weg gibt es den Sonnenschein, den Regen, den Schnee.

Es ist nicht immer gleich. Wir fühlen uns nicht immer gleich.

Für mich ist es so wichtig zu verstehen, dass es darum geht in Verbindung zu sein.

Spiritualität zu leben bedeutet für mich, dass ich mich nicht ständig vom Außen ablenken lasse. Das bedeutet nicht dass wir nicht in Verbindung sein können mit andern Menschen oder Tieren. Wenn wir in Verbindung sind mit uns selbst, dann nehmen wir auch die Verbindung zu anderen Menschen wahr.

Das ist auch wieder Spiritualität zu leben für mich.

Für mich sind Beziehungen ein Schlüssel um gesund zu sein, glücklich zu sein, um ganz zu sein.

Auch hier geht es darum wieder den Begriff „Beziehung“ ganz individuell zu definieren. Fühle gern mal rein, was für dich Beziehung bedeutet? Was bedeutet für dich Gesundheit?

Was bedeutet für dich wahrlich zu leben und dir den Raum zu geben, Du zu sein.

 

Ich hatte letztens in einem meiner Kurse eine Teilnehmerin, die mir gesagt hat, dass sie im Moment so glücklich ist mit sich und ihrer Familie, sie viel mehr präsente uns schöne Zeit zusammen verbringen, sie gern Zeit in der Natur genießt und viel mehr Auszeit und Balance erlebt in ihrem Leben. Gleichzeitig erwähnte sie auch, fast mit einem schlechten Gewissen, dass sie mehr Zeit für Spiritualität bewusst einplanen sollte, könnte.

Ich teilte mit ihr, dass für mich Spiritualität das Leben ist. Es sind die Momente als Paar, mit der Familie, die Zeit, die sie sich schenken und gemeinsam genießen. Das ist für mich das Leben und um das geht es. Es geht nicht darum morgens und abends zu meditieren und dann das Gefühl zu haben, dadurch spirituell zu sein. Sondern spirituell ist für mich die Verkörperung und die Ganzwerdung unseres wahren Selbst und dies zu leben mit den Menschen, die wir gern haben. Wir dürfen uns erlauben, dass Leben zu genießen und voller Vertrauen im Fluss des Lebens zu fließen.

Nach dem ich das mit ihr geteilt hatte, sprach sie mir drauf, dass ich gar nicht weiß, was diese Nachricht gerade in ihr ausgelöst hat.

Es war so schön zu hören, wie der Leistungsdruck, der auch sie sonst im Alltag und auch im Thema „Spiritualität“ begleitet hat nun von ihr abfallen konnte. Ich konnte ihre Erleichterung spüren, die Erleichterung nicht perfekt sein zu müssen. Nicht perfekt sein zu müssen, als Frau, Tochter, Mutter, Ehefrau, Teilnehmerin des Kurses und all die anderen Rollen, die sie noch verkörperte.

 

So oft sind wir von Leistung geprägt, in dieser Leistungsgesellschaft. Dieses Leisten hat sich als Muster eingeschlichen, auch in Bezug auf die Spiritualität. Es wurde ein Konzept daraus, wie man sich zu verhalten hat, um spirituell zu sein. Dabei sind wir von Natur aus spirituelle Wesen. Und müssen es nicht erst werden. Wir dürfen uns wieder daran erinnern.

Wir wollen und versuchen es so richtig gut zu machen. Wir haben doch dieses Bild von der besten Version von uns selbst. Da wollen wir hinkommen und vergessen dabei oft das Leben zu leben.

Es geht nicht darum alles richtig zu machen. Für mich geht es darum achtsam zu sein und unser BewusstSein zu erweitern, indem wir uns unser Selbst bewusst werden, sind.

 

Wir dürfen Fehler als das anerkennen, was sie wirklich sind: „Fehler- es fehlt etwas“ - wir können etwas daraus lernen.“

Das Lernen, Entwickeln und Wachsen passieren durch Achtsamkeit, indem wir das Leben leben und dabei annehmen, dass nicht alles perfekt sein muss.

 

Wie fühlt es sich für dich an, wenn du dir erlaubst Fehler zu machen oder sogar, dass andere dich nicht mögen.

Spüre mal hinein was für ein Druck von dir abfällt, wenn du dir erlaubst „unperfekt“ zu sein, nicht genug zu sein.

 

Wenn wir uns auf dem Weg machen und uns entwickeln und wachsen, haben wir oft so große Ansprüche wie das passieren soll und was dabei rauskommen soll.

In einer meiner Ausbildungen fiel der Spruch „Der Weg ist das Ziel“. Für mich ist dieser Spruch heut Teil meines Lebens. Ich wusste damals nicht, dass mein Weg so verlaufen wird und dass ich das mache, was ich heute mache.

Als gelernte Chemielaborantin hatte ich keine Vorstellung, dass ich später diese „Begleitung von Herz zu Herz“ machen werde. Es war nicht mein Ziel. Der Weg, mein Prozess und die Tatsache, dass ich diesen Weg gegangen bin, ohne zu wissen wohin er mich führt, hat mich erkenne lassen, was für ein Ziel dahintersteckt.

Hier ist natürlich wichtig zu betonen, dass wir wie schön häufiger erwähnt alle individuell sind. Eventuell ist es bei dir anders. Vielleicht brauchst du ein Ziel, damit du den Weg gehen kannst. Oder es ist wie bei mir, du brauchst den Weg, um das Ziel zu erkennen.  Auch hier gibt es kein richtig und falsch. Es ist das Leben, welches uns die Richtung aufzeigt, indem wir es leben.

Wichtig ist in beiden Versionen, dass wir loslassen, wie der Weg ist. Es braucht unsere Offenheit und Flexibilität diesen Weg zu gehen, auch wenn so oft der nächste Schritt nicht sichtbar ist. Es braucht Vertrauen in das Leben, in dein Leben.

Es braucht Visionen, den männlichen Aspekt in uns (Klarheit, Zielgerichtet) und gleichzeitig braucht es auch den weiblichen Teil in uns, der loslässt und der vertraut, dass diese Vision, wenn sie im Einklang mit unserem Seelenplan ist eintritt. Wir müssen nicht wissen wie. Es braucht von uns die Achtsamkeit, um im Hier und Jetzt wahrzunehmen, zu erkennen, indem wir zuhören und spüren, bis der nächste Schritt sichtbar wird und wir dann aufgefordert sind ins Handeln zu kommen und den Schritt zu machen.

Es braucht das Yin, dieser Moment des Empfangens, des Seins und auch das Yang, die Kraft des Handels.

Indem du erkennst, was du brauchst, weißt du auch wie du ins Umsetzten kommen kannst.

 

Spiritualität ist das Leben und Leben ist Veränderung.

 

Erlaubst du dir das Leben zu genießen?

Erlaubst du dir auch Veränderung?

 

Was heißt für dich Veränderung?

 

Für mich ist Veränderung meine natürliche Entwicklung, mein natürliches Wachstum.

Es ist wie schon erwähnt mein Weg den ich gehe, ohne zu versuchen etwas zu forcieren.

 

Ich vergleiche es gern mit einer Blume.

Der Samen unter dem Boden enthält bereits alle Informationen in sich. Dies ist mit unserem Potential zu vergleichen. Irgendwann beginnt der Samen ganz natürlich zu gedeihen, zu sprießen und zu wachsen. Es bringt nichts daran zu ziehen, dass die Blume schneller wächst. Sie wächst und erblüht in ihrem Tempo und unter ihren individuellen Bedingungen. Die eine Blume braucht mehr Sonne als die andere, die andere braucht dafür vielleicht mehr Wasser. Und so sind auch unsere Bedürfnisse, um uns zu entwickeln und zu wachsen, als Mensch, sehr individuell.

 

Wachstum sollte meiner Meinung nicht nur aus dem Mangel passieren, denn oft sind hinter diesem Mangel Blockaden und Glaubenssätze versteckt. Das Gefühl nicht genug zu sein und noch mehr machen zu müssen, weil es noch nicht reicht lässt uns zwar weiter gehen, jedoch für mich mit einem bitteren Beigeschmack.

Wie fühlt es sich für dich an, wenn du dir erlaubst „nicht genug zu sein“. Was wäre anders, wenn du dich nicht länger aus dem Mangelgefühlt entwickelst und wächst, sondern aus der Natürlichkeit.

Natürlichkeit bedeutet für mich, dass sich die Themen, die mich bewegen, sich natürlich im Alltag zeigen.

Achtsam und bewusst kann ich dann hinschauen und fühlen was es braucht.

Und das was es braucht kann sehr unterschiedlich sein. Eventuell kann ich es auch nicht allein lösen und bin froh für Unterstützung. Nicht, weil ich im Mangel bin und das Gefühl habe und denke „Ich kann das nicht“, ich bin nicht genug“, sondern weil ich tief in mir spüre, dass ich bereit bin den nächsten Schritt zu gehen. Den nächsten Schritt „Zurück zu mir“, Zurück in meine Kraft“.

Dieser Kraft steckt die Energie diese Schritte zu gehen. In dieser Kraft steckt der Wandel, die Veränderung.

Wie schon erwähnt ist das Leben Veränderung. Das Leben ist Wandel.

Wir Menschen haben so oft Angst vor dem Wandel, vor der Veränderung.

Hier auf der Erde ist dieser Wandel so natürlich. Die Natur schenkt uns mit ihren Jahreszeiten ein beeindruckendes Bild vom Wandel.

Natürlich gibt es Länder, in denen die Jahreszeiten nicht so sind wie hier. Doch ich bin mir sicher, dass auch da ein Wandel der Natur stattfindet, wahrscheinlich anders sichtbar und spürbar.

Wir hier in diesen Breitengraden können diesen Wandel der Natur wahr annehmen und so eventuell auch den Wandel in uns erkennen.  

Der Frühling, die Zeit der Transformation, in der alles erblüht. Der Sommer mit seiner Kraft und seiner Fülle. Der Herbst als transformierender Übergang, indem die Natur beginnt loszulassen. Der Winter mit seiner Ruhe, die Zeit der Stille und dem Rückzug, als Übergang in das Erneuerte. Daher nenne ich die Rauhnächte heut Übergangsnächte.

Dieser Kreislauf, diese Wandel, der auch in uns stattfindet, schenkt uns immer wieder ganz natürlich die Möglichkeit etwas loszulassen, etwas abzuschließen und uns für das Erneuerte zu öffnen.

Sich seiner selbst bewusst zu werden, zu erblühen, das Erblühte, das Potential in seiner Fülle zu leben, zu genießen und einfach zu Sein.

 

Gelebte Spiritualität ist für mich auch nach innen zu gehen und zu sehen, wahrzunehmen, ohne dass ich mich stundenlang hinsetzen muss. Es ist der Alltag der mich einlädt achtsam zu sein, bei mit zu bleiben und den nächsten Schritt zu gehen.

Für mich geht es darum präsent zu sein mit dem was ich mache und auch mit meinem Sein. Egal ob ich koche, Menschen begleite, mit einer Freundin telefoniere, esse, meditiere, spaziere oder einfach nur bin „sitting in the Power“.

Ich versuche mich bewusst nicht so vielen Reizen auszusetzen. Dies kann ich natürlich hier in den Bergen, meinem Wohnort, umgeben und eingehüllt in dieser wunderschönen Natur, sehr geniessen.

Früher habe ich ständig Musik gehört, heute genieße ich oft die Stille. Früher habe ich mehrere Dinge gleichzeig gemacht und war stolz darauf, dass ich als Frau Multitasking Fähigkeiten hatte. Heute genieße ich die Einfachheit und fühle mich befreit.

Die Befreiung von Instagram oder Facebook hat mir Zeit und Raum geschenkt noch mehr zu Sein. Wenn ich das Bedürfnis habe zu meditieren, dann mach ich das, jedoch weiß ich heut, dass das nicht die Spiritualität ist, so wie es mir über Jahre vermittelt worden ist.

 

Heute weiß ich, dass ich nicht spirituell bin, weil ich meditiere, sondern weil ich das Leben lebe.

 

Das Leben zu leben, mit all seinen Facetten, das Leben zu leben, mit all den Triggern und dann ins Umsetzen zu kommen, ins Handeln zu kommen, wahrzunehmen und auch in die Veränderung zu gehen, wenn es Zeit ist.

Das Leben zu leben bedeutet für mich meinen eigenen Zyklus zuzulassen.

 


Von Herz zu Herz

Sandra



Gelebte Spiritualität

 
 
 

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